Wer – wie der Display-technisch verwöhnte Autor dieses Tests – seine Arbeit vornehmlich auf einem 49-Zoll-Ultrawide-Monitor verrichtet, tut sich schwer, wenn sein Sichtfeld plötzlich auf läppische 14 oder 15 Zoll eingeschränkt wird – was bei der Arbeit auf dem Küchentisch oder unterwegs allerdings fast unvermeidlich ist. Auf der Suche nach mehr mobiler Displayfläche haben wir in den vergangenen Monaten und Jahren darum kaum eine Gelegenheit ausgelassen, Hardware zu testen, die eine Lösung für dieses Dilemma bietet. Unter anderem haben wir uns die beiden Notebooks Yoga Book 9i (Ausgabe 10/2023) und
Asus Zenbook Duo (Ausgabe 7-8/2024) angeschaut, die jeweils aus zwei Displayhälften und einer externen Tastatur bestehen. Ein weiteres getestetes Notebook mit Zusatz-Screen war ausserdem das Thinkbook Plus Gen 3, bei dem ein 8-Zoll-Display im Gehäuseboden rechts neben der Tastatur steckt – was durchaus seinen Nutzen hat (Ausgabe 01/2023). Von Asus haben wir ausserdem den einigermassen mobilen 23,8-Zöller Zenscreen MB249C angeschaut (Ausgabe 07/2023), den man allerdings kaum mit in den Zug nimmt. Und nicht zuletzt haben wir eine Reihe mobiler Zusatzdisplays unter die Lupe genommen, etwa als Vergleichstest das 15,6-Zoll-Modell I1601P von AOC und das 14-Zoll-Display C1422H von Dell (Ausgabe 10/2021) oder von Viewsonic das 15,6-Zoll-Display VA1655 (Ausgabe 04/2022).
Was wir jedoch noch nie in unserem Testcenter hatten, war ein externes, trag- und aufklappbares Zusatzdisplay, das aus zwei 14-Zoll-OLED-Screens besteht – so wie der Zenscreen Duo OLED MQ149CD, der unsere Redaktion Mitte März erreichte. Absender war einmal mehr Asus; nie um innovative Hardware verlegen.
Üppiger Lieferumfang, üppige Anschlussoptionen
Beim Auspacken des Zenscreen Duo OLED MQ149CD erfreut schon einmal die Tatsache, dass sich
Asus bezüglich des Lieferumfangs nicht lumpen lässt. Nebst dem eigentlichen Display liefert der Hersteller nämlich auch ein passendes, gepolstertes und mit Reisverschluss verschliessbares Sleeve mit, um den Screen sicher zu transportieren. Ebenfalls im Paket enthalten sind zwei USB-C-Kabel – beide identisch lang und mit Stoff ummantelt – sowie ein HDMI- auf HDMI-Mini-Kabel, ebenfalls mit Stoffummantelung. Warum Asus zwei identische USB-C-Kabel mitliefert, ist uns vorerst zwar ein Rätsel – doch hochwertige USB-C-Kabel kann man eigentlich immer gebrauchen.
Das Display selbst erinnert geschlossen stark an ein sehr kompaktes und sehr leichtes 14-Zoll-Notebook. Es ist in ein silbernes Alu-Gehäuse gepackt und besitz auf der rechten Seite drei USB-C-Anschlüsse, einen HDMI-Mini-Anschluss und einige Buttons – dazu später mehr. Auf der Rückseite kann ein Teil des Alugehäuses abgeklappt werden, dieser Teil dient als Ständer für das Display. Das Display selbst kann analog einem Notebook aufgeklappt werden, um es dann neben dem eigentlichen Notebook zu platzieren.
Die Verbindung zwischen Notebook und Zensceen Duo haben wir via USB-C gelöst – wobei hier etwas pröbeln angesagt war respektive ein Blick in die Anleitung angebracht gewesen wäre. Hier wird einem nämlich mittels relativ einfachem Schema erklärt, wie man das Doppeldisplay anschliessen kann. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten: Liefert der USB-C-Ausgang des Notebooks genügend Strom, reicht ein USB-C-Kabel an den USB-C-Eingang 1 oder 2, um das Display gleichzeitig mit Strom und Bilddaten zu versorgen. Alternativ kann man das Display auch mit einem Stromadapter – der erfreulicherweise ebenfalls zum Lieferumfang gehört – und dem USB-C-DC-in-Eingang mit Strom versorgen und nur die Bilddaten über USB-C oder HDMI übertragen. Oder aber man hängt zwei Quellen ans Display – je eine an die USB-C-Eingänge 1 und 2 oder eine an den HDMI-Port – und nutzt das Display im sogenannten Independent Mode, bei dem das Bild von Quelle 1 auf der unteren und dasjenige von Quelle 2 auf der oberen Hälfte angezeigt wird. Diese vielfältigen Anschlussmöglichkeiten erklären auch die beiden USB-C-Kabel, über die wir uns eingangs noch gewundert haben.
Sämtliche Anschlüsse sind an der rechten Seite angebracht – ganz rechts die Stromversorgung via USB-C, dann die beiden USB-C-Eingänge, der Mini-HDMI-Eingang, der Power-Button, der Kippschalter für die Menünavigation und der Zurück-Button. (Quelle: Asus)
Vier Modi plus Autorotate
Insgesamt bietet der Zenscreen Duo OLED MQ149CD vier verschiedene Modi. Erstens den eben beschriebenen Independent Mode für zwei unterschiedliche Quellen. Zweitens den Mirror Mode, bei dem auf beiden externen Screens der Bildschirminhalt des Notebooks angezeigt wird. Dieser Modus wird vor allem für Präsentationen zur Anwendung kommen, kann das Display dank 360-Grad- Scharnier doch auch im Zeltmodus aufgestellt werden, womit ein Panel für das Gegenüber bereitsteht. Drittens der Extend Mode, bei dem der Desktop des Notebooks auf die beiden externen Screens erweitert wird, wobei man im Zusammenspiel mit den Anzeigeeinstellungen von Windows definieren kann, welcher Screen wo sitzt – so dass man die drei Bildschirme unabhängig nutzen kann. Dieser Modus funktioniert allerdings nur, wenn die Verbindung via USB-C bewerkstelligt wurde – nicht via HDMI. Und viertens schliesslich der Split Mode, mit dem man auf dem externen Doppeldisplay Inhalte durchgängig auf beiden Bildschirmen darstellen kann –
Asus spricht hier von der Wasserfall-Ansicht – was gerade für Programmierer beim Coden oder auch für die Ansicht langer Dokumente sinnvoll sein kann.
Um zwischen den verschiedenen Modi umzuschalten und auch sonst Einstellungen direkt am Display vorzunehmen, hat Asus dem Monitor wie erwähnt einige Buttons spendiert – nebst dem Power-Knopf einerseits eine Art drückbarer Kippschalter, um im Menü zu navigieren und Einstellungen zu bestätigen, und einen Zurück-Button, um wieder aus den Menüs herauszufinden. Der Kippschalter ist aus Kunststoff und wirkt dadurch nicht ganz so hochwertig wie der Rest der Hardware, erweist sich aber als recht praktisch, um durch die Displaymenüs zu navigieren. Dabei stehen umfangreiche Einstellmöglichkeiten bereit, angefangen bei diversen voreingestellten Bildmodi – vom Landschaftsmodus über den Lesemodus bis zum Darkroom Mode – bis hin zu detaillierten Bild- und Farbeinstellungen, in denen man sich verlieren kann, wenn man denn möchte.
Alternativ legt Asus dem Nutzer die Installation des Display Widget Center ans Herz. Über diese Software lassen sich dieselben Einstellungen direkt am Bildschirm vornehmen, ausserdem erweitert die Installation des Display Widget Center das Display um den sogenannten Autorotate-Support. Damit kann man den Doppelbildschirm um 90 Grad drehen und ihn ähnlich eines Buches neben sich platzieren, so dass die beiden 14-Zöller hochkant verwendet werden können. Das allerdings hat mehr schlecht als recht funktioniert. Den Split Mode etwa, um die beiden 14-Zöller als eine grosse Fläche zu nutzen, funktionierte bei uns hochkantig nicht. Auch der Extend Mode, um die Displays unabhängig voneinander mit Inhalten zu befüllen, wollte nicht vom Quer- ins Hochformat wechseln. Autorotate funktionierte bei uns lediglich im Mirror Mode – wollte hier dann aber nicht mehr zurückwechseln. Hier muss Asus wohl noch nachbessern. Gleichzeitig ist uns auch kein Szenario eingefallen, wo man die beiden Panels hochkant würde nutzen wollen.
Die verschiedenen Mode des Zenscreen Duo OLED MQ149CD (v.l.n.r.): Der Split Mode für die Wasserfall-Ansicht, der Extend Mode, um die einzelnen Displayflächen individuell zu befüllen, und der Mirror Mode bei gedrehtem Display. (Quelle: Swiss IT Magazine)
Bildqualität und Verarbeitung
Ansonsten aber weiss der Zenscreen Duo OLED MQ149CD zu gefallen. Das gilt vor allem für die Bildqualität, wo die OLED-Panels den Erwartungen gerecht werden und für knallige Farben und tiefes Schwarz sorgen. Im direktvergleich wirkt unser reguläres Notebook-Display – ebenfalls ein Asus-Gerät – geradezu blass und milchig. Auch die Helligkeit der beiden 14-Zoll-Panels, die gemeinsam eine Fläche bilden, die einem 20-Zöller entspricht, überzeugt auf der ganzen Linie. Das gilt auch für die Schärfe der beiden Screens, die jeweils mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln im Verhältnis 16:10 bestückt sind. Als einziges Manko kann man vielleicht anmerken, dass die Screens nicht entspiegelt sind.
Das Dual-Display wirkt ausserdem sehr wertig, der Ständer auf der Rückseite ist stabil und bezüglich Aufstellwinkel auch einigermassen flexibel. Erwähnenswert ist die integrierte Standard-1/4-Zoll-Gewindebuchse, die sich auf der Rückseite des unteren Displays findet. Mit dieser kann man den Doppelmonitor im Prinzip auf jedem Kamerastativ montieren – ein entsprechendes Tripod-Kit ist im Lieferumfang ebenfalls dabei.
Asus bietet mit der Monitorhalterung MTS02D optional zudem selbst einen passenden Ständer für 62 Franken an, mit dessen Hilfe das Dual-Display noch flexibler platziert werden kann – beispielsweise auch über dem Notebook.
Mit einem Gewicht von gerade einmal 1070 Gramm, der Tatsache, dass für Strom- und Bildübertragung – ein zeitgemässes Notebook vorausgesetzt – zum Anschliessen nur ein Kabel nötig ist und der praktischen Hülle ist der Zenscreen Duo auch absolut mobil und kann auf kleinster Fläche verwendet werden. Mit 709 Franken ist der Zenscreen Duo OLED MQ149CD zwar kein Schnäppchen und teurer als manch ein Notebook. Doch es ist mehr als denkbar, dass der displayhungrige Multitasker für das Mehr an Monitorfläche durchaus bereit ist, etwas tiefer in die Tasche zu greifen.
An der Rückseite findet sich eine Standard-1/4-Zoll-Gewindebuchse, über die man das mobile Display beispielsweise auf einer Monitorhalterung montieren kann. (Quelle: Asus)
Zenscreen Duo OLED MQ149CD
Mit seinem externen Dual-Display liefert
Asus eine wirklich praktische Lösung für alle Anwender, die bei beengten Platzverhältnissen möglichst viel Displayfläche brauchen. Der Zenscreen Duo OLED MQ149CD ist dabei sehr kompakt und mit einem Kilo Gewicht auch mobil, bietet vielseitige Anschlussmöglichkeit und überzeugt durch sein hervorragendes Bild und seine vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten. Positiv zu erwähnen auch der umfassende Lieferumfang. Das alles rechtfertigt – zumindest in Teilen – auch den mit gut 700 Franken etwas hoch angesetzten Preis.
Features- zwei 14-Zoll-OLED-Panels (Glare) mit 1920 x 1200 Pixeln (16:10) und 60 Hz
- max. Helligkeit 500 cd/m2, Einblickwinkel 176 Grad, Reaktionszeit 1 ms
- HDR10, Flicker Free, Low Blue Light, 100 % DCI-P3-Farbraum
- 2x USB-C (DP Alt Mode) plus 1x USB-C (DC-in), 1x Mini-HDMI, Kensington Lock
- 1/4-Zoll-Gewindebuchse an der Rückseite des Gehäuses
- Stromverbrauch 13 W
- Abmessungen 139 x 212 x 15 Millimeter
- Gewicht 1,0 Kilo
- Lieferumfang nebst Display: 2x USB-C-Kabel, HDMI-auf-Mini-HDMI-Kabel, Stromadapter, Tripod-Kit, Sleeve, Mikrofasertuch
Positiv+ Funktionalität und Vielseitigkeit
+ Bildqualität und Helligkeit
+ Verarbeitung und Gewicht
+ Lieferumfang
Negativ- Preis etwas hoch angesetzt
- Autorotate funktioniert mehr schlecht als recht
Hersteller / AnbieterAsus, www.asus.com/ch-de
PreisFr. 709.–
WertungFunktionalität 5,5 von 6 Sternen
Verarbeitung 5,5 von 6 Sternen
Preis/Leistung 5 von 6 Sternen
Gesamt 5,5 von 6 Sternen